Vergib ihnen Vater

Denn sie wissen nicht was sie müssen tun wollen sollen (nicht) verdammt. Das war in meinem Kopf so ein guter Einstiegssatz.

 

Lieber Leser,

Heute möchte ich meine unglaubliche Weitsicht, Weisheit und Lebenserfahrung mit dir in einem sehr wichtigen Bereich teilen. Ähem. Also auf gut Deutsch: ich geb mal meinen Senf zum Thema Frauen ab. Wobei ja  das „Thema Frau“ eigentlich so riesig gross ist dass es keine allgemeingültigen Regeln für den Umgang gibt. Du findest also auch hier bei mir keine Gebrauchsanweisung.

Eigentlich will ich mit einem allgemein bekannten Stereotyp aufräumen. Nein, StereoTyp ist nicht das Synonym für einen Bipolaren Mann, sondern schlicht und einfach ein Vorurteil. Warum ich nicht direkt Vorurteil sage? Weil ich ein Klugscheisser bin. So nun ist‘s raus. 

„Frauen wissen nicht was sie wollen“

Zur Anwendung kommt diese Aussage vor allem in Beziehungsfragen. Es lernen sich zwei Menschen kennen, sie finden sich gegenseitig interessant, verbringen Zeit miteinander, und dann stellt sich irgendwann die Frage, ob man aus dieser Freundschaft eine Beziehung machen will. Schwere Entscheidung. Und das meine ich wirklich so. Das ist nicht so leicht und einfach zu entscheiden, vor allem der Zeitpunkt will gut gewählt sein.
Der Entscheidungsprozess ist ja nun bekanntlich ziemlich logisch:

Was will ich -> wie kriege ich es -> umsetzen

So einfach geht das. Wenn man allerdings schon daran scheitert herauszufinden was man will dann ist das ordentlich verschissen, dann kommt man nämlich nicht weiter. Wie gehe ich nun damit um? Wie finde ich heraus was ich will?

Zu meinem Punkt: das Problem ist überhaupt nicht auf den weiblichen Teil der Bevölkerung begrenzt, Männer wissen nämlich sehr oft auch nicht wirklich was sie denn genau wollen und was nicht. Der Unterschied? Uns macht das nichts aus. Wir sind nämlich eher Mono-Typen. Einfach mal in eine Richtung gehen und gucken was dabei raus kommt. Frauen sind da eher Stereo. Typisch: hin und her, vor und zurück, links rechts, mal dies mal das.

Das Problem mit den Frauen ist nämlich nicht dass sie nicht wissen was sie wollen, sondern dass sie damit nicht leben können. Dass sie das Leben nicht einfach auf sich zukommen lassen können. Dass sie unbedingt jetzt wissen müssen ob sie eine Beziehung wollen oder nicht, ob es eine körperliche Sache bleiben soll oder sich vielleicht doch mehr daraus entwickelt, wie ihre Gefühle jetzt, Morgen oder in 3 Tagen 12 Stunden und 17.3 Minuten aussehen könnten. Dass sie sich darauf genau und optimal einstellen müssen, und jetzt die richtige Entscheidung treffen müssen. Dass sie jetzt überhaupt eine Entscheidung treffen müssen.

TL;DR

Das Problem ist nicht, dass Frauen nicht wissen was sie wollen, sondern dass sie es wissen wollen.

 

Wieso so kurz heute? Weil ich gerade merke dass ich da gar nicht besser bin…

Entwicklung mal anders rum

Lieber Leser,

Kannst Du Dich noch an die alten Monarchien erinnern? Damals, ja damals, da war das Leben schön. Da gehörte die ganze Kohle dem Königlichen Hofe, er war rechtlich unantastbar, konnte jederzeit von jedem Bewohner sämtliches Geld einfordern um es nach eigenem Gutdünken zu verteilen, und musste darüber niemandem Rechenschaft ablegen. War doch super oder?

Zumindest für den Adel. Mit dem Sturm der Bastille und der französischen Revolution fand aber in Europa ein Umdenken statt. Demokratie, das neue Superprinzip, wurde geboren, erarbeitet und setzte sich mehr und mehr in den Köpfen der Menschen fest. Nach welchem System diese Demokratie funktioniert ist eine Interpretationsfrage, aber in ganz Europa wurde die Macht dem Volke übertragen.

Die Eurokrise

Es wird wohl mittlerweile Jedem aufgefallen sein, dass wir in Europa mit der Wirtschaft so unsere lieben Probleme haben in letzter Zeit. Der Euro verliert nach und nach an Grund gegenüber anderen Währungen, ein Land nach dem Anderen erstickt in den eigenen Schulden. Die Staaten die finanziell noch einigermassen gut dastehen, allen voran Deutschland und Frankreich, pumpen Milliarde um Milliarde ins Finanzsystem um es wieder anzukurbeln. Soweit so gut, die Wirtschaft ist schliesslich essenziell für unsere Versorgung, es ist wichtig sie zu unterstützen.

Das doofe ist aber irgendwie, dass der Markt einfach nicht in die Gänge kommen will. Das ganze Geld was mittlerweile in den Kreislauf gepumpt wird bringt kaum etwas, weil es seinen Zweck verfehlt. Es soll nämlich helfen, das Vertrauen der Privatwirtschaft in den Euro und die Eurozone zu stärken. Nur tut es das nicht. Ein Beispiel aus dem Monatsbericht Mai der Europäischen Zentralbank:

„Trotz eines erheblichen Zuflusses bei der weit gefassten Geldmenge im ersten Quartal 2012 blieb das zugrunde liegende Geldmengen- und Kreditwachstum im März verhalten.“ EZB MB Mai, S. 20

Ein Satz. Klingt auch nicht so schlimm. Was aber dahinter steckt ist sehr interessant: Die Banken vertrauen der Privatwirtschaft nicht mehr. „Trotz eines erheblichen Zuflusses bei der weit gefassten Geldmenge“ heisst nämlich nichts anderes als dass die EZB den Banken Liquidität ausgibt. Der Grund warum die EZB die Geldmenge erhöht ist, dass die Banken mit den Krediten lockerer werden sollen und die so geschaffene Liquidität an die Unternehmen weitergeben die ihre Löhne und Bestellungen bezahlen müssen. Damit die nicht draufgehn und so.

„blieb das zugrunde liegende Geldmengen- und Kreditwachstum im März verhalten.“ allerdings heisst wiederum, dass das Geld gar nie so richtig in den Wirtschaftskreislauf eingedrungen ist. Sprich die Banken haben sich die Liquidität geholt, aber einfach auf ihren Konti bei der EZB liegengelassen weil es ihnen doch noch zu riskant war es an die Unternehmen weiterzureichen. Dazu kommt dann noch dass die Banken sich gegenseitig keine Kredite mehr geben weil sie kein Vertrauen in die Bonität ihrer Berufskollegen haben.

Vertrauen ist gut

Damit ist eine wenn nicht die stärkste Waffe der EZB quasi Nutzlos, und das erschüttert das Vertrauen in die Märkte umso stärker. Und vertrauen ist wichtig, sonst fliesst nämlich kein Geld in Form von Ausleihungen. Das ist aber immens wichtig für die Unternehmen. Was denkt sich der Politiker dazu?

Die normalen Waffen bringen nix, da muss stärkeres Geschütz her!

Hier, lieber Leser, tritt der ESM, der Europäische Stabilitäts-Mechanismus auf den Plan. Der ESM ist im grossen Ganzen eigentlich eine Garantie der Mitgliederstaaten, die Wirtschaft in Europa aufrecht zu erhalten. Ja ganz recht, eine Garantie, ein Vertrag, der die Länder dazu verpflichtet, sämtliche finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die der ESM gerne zur Verteilung an die Wirtschaft haben möchte. Klingt ziemlich hart was? Ja die Euro-Turbos haben gemerkt dass das einigen Leuten etwas sauer aufstösst. Der Herr Kampeter, Deutscher Staatssekretär in Finanzfragen, versucht nun das Volk zu beschwichtigen, es gebe nämlich eine Begrenzung für die Haftung des Deutschen Staats!
Gerne zitiert er hier Artikel 8 aus dem Vertragstext, ich wiederum zitiere ihn aus dem verlinkten Beitrag auf FAZ:

Die Haftung Deutschlands ist unter allen Umständen auf seinen Anteil am Stammkapital zum Ausgabekurs begrenzt. In dieser Klarheit steht es in Artikel 8 Absatz 5 des ESM-Vertrags. Die Haftung Deutschlands ist auf 190 Milliarden Euro begrenzt.

Dann wollen wir mal den Artikel 8 anschauen: (Vertragstext)

Das genehmigte Stammkapital wird in eingezahlte Anteile und abrufbare Anteile unterteilt. Der anfängliche Gesamtnennwert der eingezahlten Anteile beläuft sich auf 80 Milliarden EUR. […] – Artikel 8 Abs. 2

Die Haftung eines jeden ESM-Mitglieds bleibt unter allen Umständen auf seinen Anteil am genehmigten Stammkapital zum Ausgabekurs begrenzt. Kein ESM-Mitglied haftet aufgrund seiner Mitgliedschaft für die Verpflichtungen des ESM. […] – Artikel 8 Abs. 5

Kontrolle ist besser

So. Da stehts Schwarz auf Weiss! Ein Schelm, wer weiterliest. Der Haken kommt nämlich ein bisschen später in Artikel 10:

Der Gouverneursrat [Vorstand des ESM, Anm.] überprüft das maximale Darlehensvolumen und die Angemessenheit des genehmigten Stammkapitals des ESM regelmäßig, mindestens jedoch alle fünf Jahre. Er kann beschließen, das genehmigte Stammkapital zu verändern und Artikel 8 und Anhang II entsprechend zu ändern. - Artikel 10 Abs. 1 (Hervorhebung von mir)

Lieber Herr Kampeter, ticken Sie noch richtig? Aufgrund der Unschuldsvermutung stelle ich mir Herr Kampeter beim Vertraglesen etwa so vor, eine fiktive Konversation mit seiner Assistentin Gerda:

G: Herr Kampeter, endlich habe ich den Vertragstext für den ESM gefunden. Hier bitte.

K: Ah danke. Hmm, Einleitung les ich nich, Mitgliederstaaten auch nich, Geschäftsführung is auch langweilig. Wo isn hier das interessante Zeugs?

G: Ab Kapitel 3, Herr Kampeter.

K: Aaah, vielen Dank. Ah ja, hier. Mhm Stammkapital 80 Mia. Euro. Mhm mhm klingt ja alles sehr gut. AHA, die Haftung ist begrenzt, steht hier so im Aritkel 8, Abs. 5. Gerda, mach Kaffee und ruf den Herrn Iksüpsilon an, ich geh Golfen. Der Rest hier interessiert ja eh niemanden. Und sag der FAZ dass ich meine fundierte Fachmeinung zum Thema abgeben möchte.

Herr Kampeter, haben Sie noch nie vom sprichwörtlichen Kleingedruckten gehört?

Wo die Logik hinführt wenn man annimmt er hätte Artikel 10 gelesen und verstanden, das überlasse ich Dir, lieber Leser. Nun gut, inkompetente Politiker sind nichts neues, und ich will mich hier mal nicht noch weiter in Rage schreiben.

Back to Basics

Schauen wir uns doch mal weiter an, was da so in dem schönen Vertrag steht:

Der Gouverneursrat kann beschließen, Finanzhilfe mittels Darlehen an ein ESM-Mitglied speziell zum Zwecke der Rekapitalisierung von Finanzinstituten dieses ESM-Mitglieds zu gewähren. – Artikel 15 Abs. 1

Der ESM, sein Eigentum, seine Mittelausstattung und seine Vermögenswerte genießen unabhängig davon, wo und in wessen Besitz sie sich befinden, Immunität von gerichtlichen Verfahren jeder Art, es sei denn, der ESM verzichtet für ein Gerichtsverfahren oder in den Klauseln eines Vertrags, etwa in der Dokumentation der Finanzierungsinstrumente, ausdrücklich auf seine Immunität. – Artikel 32 Abs. 3

Das Eigentum, die Mittelausstattung und die Vermögenswerte des ESM genießen unabhängig davon, wo und in wessen Besitz sie sich befinden, Immunität von Durchsuchung, Beschlagnahme, Einziehung, Enteignung und jeder sonstigen Form des Zugriffs durch vollziehende, gerichtliche, administrative oder gesetzgeberische Maßnahmen. – Artikel 32 Abs. 4

Die Archive des ESM und sämtliche Unterlagen, die sich im Eigentum oder im Besitz des ESM befinden, sind unverletzlich. – Artikel 32 Abs. 5

Die Geschäftsräume des ESM sind unverletzlich. – Artikel 32 Abs. 6

Jedes ESM-Mitglied und jeder Staat, der den Rechtsstatus und die Vorrechte und Befreiungen des ESM anerkannt hat, gewährt dem amtlichen Nachrichtenverkehr des ESM dieselbe Behandlung, die er dem amtlichen Nachrichtenverkehr eines ESM-Mitglieds gewährt. – Artikel 32 Abs. 7

Soweit dies zur Durchführung der in diesem Vertrag vorgesehenen Tätigkeiten notwendig ist, sind das gesamte Eigentum, die gesamte Mittelausstattung und alle Vermögenswerte des ESM von Beschränkungen, Verwaltungsvorschriften, Kontrollen und Moratorien jeder Art befreit. – Artikel 32 Abs. 8

Der ESM ist von jeglicher Zulassungs- oder Lizenzierungspflicht, die nach dem Recht eines ESM-Mitglieds für Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsunternehmen oder sonstige der Zulas-sungs- oder Lizenzierungspflicht sowie der Regulierung unterliegende Unternehmen gilt, befreit. – Artikel 32 Abs. 9

Also das klingt für mich nach absoluter Immunität gegenüber jeglicher Strafverfolgung für sämtliche ESM-Tätigkeiten. Dazu sind die Geschäftsräume unverletzlich, sprich vor Untersuchung geschützt, gleiches gilt für Kommunikation wie Emails oder Telefon und sämtliche Unterlagen.

Fehlt ja nur noch persönliche Immunität!

Im Interesse des ESM genießen der Vorsitzende des Gouverneursrats, die Mitglieder des Gouverneursrats, die stellvertretenden Mitglieder des Gouverneursrats, […] und die anderen Bediensteten des ESM Immunität von der Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer in amtlicher Eigenschaft vorgenommenen Handlungen und Unverletzlichkeit hinsichtlich ihrer amtlichen Schriftstücke und Unterlagen.  – Artikel 35 Abs. 1

So, hätten wir auch abgehakt. Visiert Herr Kampeter vielleicht eine Position in diesem Institut an?

Natürlich sind nicht alle Politiker und Juristen von diesem Vertrag so überzeugt. Momentan sind in Deutschland viele Verfassungsklagen hängig, der einzige Grund warum Deutschland den Vertrag noch nicht unterzeichnet hat. Bundestag und Bundesrat haben nämlich schon zugestimmt, es scheint als wäre Herr Staatspräsident Gauck der einzige der noch bei Sinnen ist. Er möchte auf das Urteil des Verfassungsgerichts warten.

Demokratie als Übel

Angesichts des Widerstands drehen nun verschiedene Befürworter erst so richtig auf.

Signore Mario Monti, nicht-gewählter sondern von der EU eingesetzter Regierungschef von Italien, nimmt hier die Vorreiterrolle in einem Interview mit dem deutschen „Spiegel“ ein, er fordert dass die Regierungschefs der Länder die Entscheidung ohne demokratische Legitimation treffen:

“Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration.” – Mario Monti

Jawoll Herr Monti, schaffen wir die Demokratie doch direkt wieder ab. Alles wird auf dem Börsen-Altar dem Gott namens Mammon geopfert. Prinzipien, die in unseren Verfassungen verankert sind, werden von ungewählten Politikern in Frage gestellt.

Auch wenn ich sehr Wirtschaftsliberal eingestellt bin, irgendwo müssen wir als Gesellschaft eine Grenze ziehen. Und ganz sicher darf der Zweck nie die Mittel heiligen. Solche Statements sind in einem demokratischen Staat einfach untragbar. Wäre es nicht schon genug dass Hr. Monti nie gewählt wurde, diese Aussage disqualifiziert ihn in meinen Augen in höchstem Masse. Hätte dies ein Deutscher gesagt wäre postwendend die Nazikeule gekommen. Ich bin sprachlos.

Quo vadis, Europa?

Kannst Du Dich noch an die alten Monarchien erinnern? Damals, ja damals, da war das Leben schön. Da gehörte die ganze Kohle dem Königlichen Hofe, er war rechtlich unantastbar, konnte jederzeit von jedem Bewohner sämtliches Geld einfordern um es nach eigenem Gutdünken zu verteilen, und musste darüber niemandem Rechenschaft ablegen. War doch super oder?

Doofes Olympia

Lieber Leser,

Olympia macht mir hier auf dem Blog nen rechten Strich durch die Rechnung. Ach und das Leben im Allgemeinen.

Es ist nämlich so dass ich in den letzten Tagen fast immer unterwegs war – also kaum Zeit zum bloggen. Und wenn ich dann mal zuhause bin will ich ja auch noch etwas Sport gucken. In den wenigen Minuten die ich Zeit gehabt hätte, hab ich aber unter der ganzen Shit-Load von Olympia-Infos in den Zeitungen einfach nichts interessantes gefunden worüber ich schreiben könnte.

Stattdessen bin ich auf ein gutes Foto gestossen:
http://tinypic.com/r/302q5o6/6 
Das ist Rober Förstemann, deutscher Bahnrennfahrer.

Geklaut übrigens von hier.

Und die sind zu hundert Prozent echt, natürlich antrainiert und ohne Zusatzstoffe entwickelt. Wirklich, also echt jetz.

Radsportler… Dass der sich so überhaupt sehen lässt…

Wer das Feedback nicht ehrt…

…tut manchmal ganz gut daran.

Lieber Leser,

Vielleicht weisst du schon, dass ich mich gerne mit Videospielen auseinandersetze. Also vor allem spiele ich einfach, um mal ehrlich zu sein. Ich habe keine Ausbildung in dem Bereich, nicht halb so viel Erfahrung wie andere Blogger, und auch nicht so wahnsinnig viele verschiedene Spiele ausprobiert. Wenn ich nämlich ein Spiel gut finde, dann spiele ich das ziemlich lange und auch nur dieses Eine. Ich bin also sozusagen Monogamer *Schenkelklopf*

Um jetzt nicht die ganze Story meiner Spieler-Vergangenheit rezitieren zu müssen soll reichen, dass World of Warcraft mein Interesse im Bereich MMORPG geweckt hat. Und so bin ich auch an Star Wars: The Old Republic (kurz SWTOR) gelangt.

Wer sich selber schon ein bisschen mit SWTOR auseinandergesetzt hat weiss, dass es ein RIESIGES Projekt von Bioware und EA ist, um sich auch ein Stück von den Abo-Gewinnen der Branche abzuschneiden. Soweit so gut. Nur ist SWTOR mal wieder ein Beispiel dafür, dass Geld allein nicht reicht. Das Spiel verliert nämlich nach einem wirklich soliden Start mit guten Verkaufszahlen zunehmend an Kunden. Wo die Zahlen im Moment genau liegen weiss ich nicht, dürfte aber so gegen die 1 Million Spieler sein. Verglichen mit dem Branchen-Riesen WoW mit Spitzenwerten von über 12 Mio. ist das „ein wenig“ unter den Erwartungen.

The customer strikes back

Solltest Du Dich in der Gamer-Szene ein bisschen auskennen und informieren, dann weisst Du schon dass Finde-den-Fehler eine der Lieblingsdisziplinen von uns Spielern ist. Beschweren über dieses – beschweren über jenes, die Foren schreiben ihre eigene Geschichte von negativem Feedback. Und obwohl die Rückmeldung von Kunden sehr wertvoll ist und auch beachtet werden sollte – It’s a trap! Weil nämlich jeder aus seiner persönlichen Perspektive schreibt und halt mit hoher Wahrscheinlichkeit genau so wenig Ahnung hat wie ich, kommt da auch ordentlich viel Müll zusammen. Da kommt dann auch die grösste Presse samt Monster nicht mehr mit. Der Job des Spielentwicklers allerdings ist es, den Müll von wertvollem Feedback zu trennen, sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen, und dann umzusetzen. Nach Möglichkeit so, dass die Kunden zufrieden sind.

Was meiner Meinung nach eminent wichtig ist in dieser Branche: lass dich nicht von deinem Forum überrennen. Es melden sich nämlich grösstenteils die, die unzufrieden sind. Ein lobendes Wort findet man sehr selten. Da wir ja mittlerweile herausgefunden haben, dass von Spielern zu einem grossen Teil nur halbfertige Meinungen gepostet werden, kann man sich denken wohin es führt wenn man die Wünsche der Spieler 1:1 umsetzt.

Dies sind nicht die Fehler die ihr sucht

Natürlich macht sich anhand der Zahlen auch der Herausgeber so seine Gedanken was da schief läuft. Ist halt sau schwer zu wissen was für welche, da das natürlich hinter verschlossenen Türen und hoch oben im Gebäude auf der Management-Ebene besprochen wird. Und bei meinem Einbruch hatte mein kleiner Roboter-Gehilfe die bekannten Probleme mit der Aufzugssteuerung. Allerdings bin ich auf einen spannenden Blogpost gestossen.

Ein Mitarbeiter von Bioware schiebt nämlich einen grossen Teil der Schuld auf die Spieler selber:

„…But it was fan feedback from the day we opened the forums that encouraged us to design it for the fans the way it is…“

Übersetzt: Es war das Feedback von unseren Fans aus den Foren die uns dazu gebracht haben, das Spiel so zu designen wie es jetzt ist. (Der zitierte möchte übrigens Anonym bleiben.)

Ob die Kundenkommentare wirklich so starken Einfluss auf das Spiel hatten sei mal dahingestellt. Das Forum war nämlich ganze 3 Monate vor Release offen. Bei einer Entwicklungszeit von 6 Jahren. Aber darauf möchte ich gar nicht so gross eingehen – nehmen wir mal an das ist wirklich so. Das hilft nämlich dann auch nicht unbedingt dabei den guten Ruf des Unternehmens zu wahren.

Ein weiser Mann sagte einmal folgendes:

„Was meiner Meinung nach eminent wichtig ist in dieser [MMORPG] Branche: lass dich nicht von deinem Forum überrennen.“  – watchmegetgrown.wordpress.com

Noch viel zu lernen du hast, Warebio

In meiner Berufsausbildung wurde ich unter anderem auf Kundenreaktionswesen geschult. Ganz nützliche Sache so was, auch im privaten Leben. Die erste Regel von Feedback: NICHT RECHTFERTIGEN! Denn wer sich rechtfertigt zeigt damit nur, dass er noch nicht so wirklich geblickt hat dass er was falsch gemacht hat. Und wer den Fehler nicht kennt ändert auch nichts dran. Du willst es noch eine Prise schlimmer, lieber Leser? Den verärgerten Kunden beschuldigen. Damit treibt man ihn nämlich erst recht zur Weissglut. Und somit wären wir auch endlich bei meinem Punkt für diesen Artikel angekommen.

Es geht nämlich nicht darum, dass ich SWTOR schlecht machen möchte, ich spiele zurzeit sogar wieder etwas und es macht ganz ordentlich Spass. Es geht um die Haltung dieses Entwicklers, und somit um die des Unternehmens. So ändert sich nämlich gar nichts. Es wird weder das Spiel besser, noch beruhigen sich die Kunden. Das einzige was diese Aussage bewirkt ist noch mehr Öl ins Feuer lodernder Kunden-Temperamente. GOOD JOB!

In diesem Sinne: Das Beispiel zeigt mir mal wieder dass nicht jedes Feedback es wert ist umgesetzt zu werden. Das heisst aber nicht, dass man das seinem Mitmenschen direkt unter die Nase reiben sollte. Man sollte sich darüber Gedanken machen, sich zu Herzen nehmen was Wertvoll ist. Zum Rest dann einfach lächeln, nicken und sich seinen Teil denken.

the freedom to be fat

Lieber Leser,

Ich bin mal wieder auf interessante News gestossen. Wer des Englischen mächtig ist und den ganzen Artikel der NYTimes lesen möchte, findet diesen hier.

Für alle anderen, macht euch keine Sorgen. Ich werde hier Zwecks reisserischen Kommentaren fröhlich zitieren, aus dem Zusammenhang reissen, und so wie es mir passt wieder zusammenfügen. Ganz nach Blick’schem Vorbild.

Nun gut, dann wollen wir mal zum Kernthema vorstossen. His honor Mayor Bloomberg, Bürgermeister von New York in den U S of A, stört sich an der Fettleibigkeit seiner Mitmenschen, und dagegen will auch etwas gemacht werden. Nun, was ist denn für die Fettleibigkeit der werten Amis verantwortlich? Bildungsarmut? Sorglosigkeit? Der Fakt dass fettiger Fastfood um ein vielfaches günstiger ist als gesunde Kost? Überbestrahlung mit Werbung?

Nein, geschätzter Leser, weit gefehlt! Es sind die übergrossen Getränke, die ausgegeben werden. Von den Pöhsen Restaurants, Fastfood Ketten und so weiter. Jawoll! Und die Lösung für das Problem?

„New York City plans to enact a far-reaching ban on the sale of large sodas and other sugary drinks at restaurants, movie theaters and street carts, in the most ambitious effort yet by the Bloomberg administration to combat rising obesity.”

Übersetzt und zusammengefasst: Die Bloomberg-Regentschaft plant, übergrosse Süssgetränke aus Restaurants, Kinos und Imbiss-Ständen zu verbannen.

Weiter unten kommt dann noch zur Sprache, dass dieses Verbot explizit NICHT für den regulären Supermarkt oder Laden-an-der-Ecke gilt.

Fettleibigkeit sei nämlich ein nationales Problem (was für Amis in etwa das gleiche wie International bedeutet, nämlich die ganze Welt USA) und die Behörden seien darüber sehr besorgt (Also jetz über die Fettleibigkeit, nicht ihren Grössenwahnsinn). Nur sei NYC nicht eine Stadt zum Sorgen machen, sondern eine Stadt in der etwas angepackt wird. Er denke die Öffentlichkeit wolle dass er dies tut.

In Punkto Wille der Öffentlichkeit dürfte er sogar recht haben. Amerikaner lieben es nämlich unter dem Deckmantel guter Vorsätze wie Freiheit, Demokratie und Schutz der Bevölkerung voller Tatendrang zu verbieten und zu unterdrücken was das Zeug hält. Siehe Irak-Krieg und Patriot-Act. Aber amerikanische Weltpolitik ist auf meinem eventuell-existenten Publishing-Plan bereits für einen anderen Tag vergeben und so kehren wir zu diesem speziellen Verbot zurück.

Ideen und insbesondere Verbote stossen ja bekanntlich sehr oft auf regen Widerstand. Und wen stört dieses Verbot am meisten?

Die Getränkehersteller

Natürlich haben diese nur bedingt Freude an diesem Verbot, wird es doch ihren Umsatz stark nach unten korrigieren. Und da die auch Kohle haben die grossen Konzerne, kommt jetzt die grosse Werbe- und Lobby-Keule.

“The New York City health department’s unhealthy obsession with attacking soft drinks is again pushing them over the top,” the industry spokesman, Stefan Friedman, said. “It’s time for serious health professionals to move on and seek solutions that are going to actually curb obesity. These zealous proposals just distract from the hard work that needs to be done on this front.”

Frei übersetzt: Das Gesundheitsministerum von NYC übertreibts mal wieder. Es wird Zeit, dass professionelle Gesundheitswissenschaftler wirklich Lösungen für die voranschreitende Fettleibigkeit finden. solche Vorstösse lenken nur von der schweren Arbeit ab, die man eigentlich angehen sollte. Gesagt von Stefan Friedman, Sprecher der Industrie.

Richtig lustig wird’s, wenn man nun deren Seite besucht. Es steht so zwar nicht Schwarz auf Weiss da, aber aus dem Kontext lässt sich ja bekanntlich am meisten Saft pressen. Gut dass sich die mit Flüssigkeiten auskennen… Das Prinzip nämlich, welches die Getränkehersteller gegen den Vorstoss ins Feld führen ist simpel und einfach die Freiheit, Fett zu sein. Natürlich drücken sie’s nie so aus. Wär ja wohl auch ein ganz klein wenig kontraproduktiv.

Gib dir das mal, lieber Leser. Die Freiheit, fett zu sein. Also ich musste stark schmunzeln.

Aber trotzdem…

Nun… Klingt sehr lustig. Ich könnte jetzt noch einige Sprüche reissen über die Dicken, sie subtil beleidigen und schlanke Leser und mich selber damit unterhalten. Nur, der Punkt ist, eigentlich haben sie Recht. Was soll das? Wer ist denn bitte ihr Bürgermeister, so ein Verbot einzuführen? Ziemlich anmassender absoluter Schwachsinn. Es darf doch jeder so viel trinken wie er will, genauso wie der Körper Eigentum eines jeden selbst ist.

Das Problem, lieber Leser, ist dass die liebe Politik mal wieder Symptome bekämpft statt Ursachen. Das Problem Fettleibigkeit kommt nämlich nur teilweise von den grossen Unternehmen die gezielt ihre Kunden manipulieren mehr zu trinken. Nein, das grosse, richtige Problem ist, dass die Leute das mit sich machen lassen. Dass sie sich die Gedanken um ihren Körper gar nicht machen. DA, lieber Leser, liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer. Die Leute wissens nicht besser oder scheissen einfach drauf. Und wenn man so viel isst wie die, dann kommt da ne ordentliche Menge Exkremente zusammen.

Ich unterstütze jederzeit Kampagnen von Politikern, die Ausbildung im Bereich Ernährungswesen für amerikanische Bürger anbieten oder vorantreiben wollen. Kampagnen gegen Fettleibigkeit, Kampagnen gegen das Rauchen, Kampagnen gegen Alkohol, Spielsucht, ungeschützten Sex, illegale Drogen und und und. Ich glaube da hat auch niemand so wirklich etwas dagegen.

Nur, das ist teuer. Ein Verbot kostet vergleichsweise goa nüx. Manchmal habe ich das Gefühl, alle Politiker sind Schwaben.

In diesem Sinne machs wie die Amis: Don’t think – drink! Und wenn du das wirklich willst, dann geniess deine Cola und lass sie dir nich verbieten.

Edith: Formatierung…