the freedom to be fat

Lieber Leser,

Ich bin mal wieder auf interessante News gestossen. Wer des Englischen mächtig ist und den ganzen Artikel der NYTimes lesen möchte, findet diesen hier.

Für alle anderen, macht euch keine Sorgen. Ich werde hier Zwecks reisserischen Kommentaren fröhlich zitieren, aus dem Zusammenhang reissen, und so wie es mir passt wieder zusammenfügen. Ganz nach Blick’schem Vorbild.

Nun gut, dann wollen wir mal zum Kernthema vorstossen. His honor Mayor Bloomberg, Bürgermeister von New York in den U S of A, stört sich an der Fettleibigkeit seiner Mitmenschen, und dagegen will auch etwas gemacht werden. Nun, was ist denn für die Fettleibigkeit der werten Amis verantwortlich? Bildungsarmut? Sorglosigkeit? Der Fakt dass fettiger Fastfood um ein vielfaches günstiger ist als gesunde Kost? Überbestrahlung mit Werbung?

Nein, geschätzter Leser, weit gefehlt! Es sind die übergrossen Getränke, die ausgegeben werden. Von den Pöhsen Restaurants, Fastfood Ketten und so weiter. Jawoll! Und die Lösung für das Problem?

„New York City plans to enact a far-reaching ban on the sale of large sodas and other sugary drinks at restaurants, movie theaters and street carts, in the most ambitious effort yet by the Bloomberg administration to combat rising obesity.“

Übersetzt und zusammengefasst: Die Bloomberg-Regentschaft plant, übergrosse Süssgetränke aus Restaurants, Kinos und Imbiss-Ständen zu verbannen.

Weiter unten kommt dann noch zur Sprache, dass dieses Verbot explizit NICHT für den regulären Supermarkt oder Laden-an-der-Ecke gilt.

Fettleibigkeit sei nämlich ein nationales Problem (was für Amis in etwa das gleiche wie International bedeutet, nämlich die ganze Welt USA) und die Behörden seien darüber sehr besorgt (Also jetz über die Fettleibigkeit, nicht ihren Grössenwahnsinn). Nur sei NYC nicht eine Stadt zum Sorgen machen, sondern eine Stadt in der etwas angepackt wird. Er denke die Öffentlichkeit wolle dass er dies tut.

In Punkto Wille der Öffentlichkeit dürfte er sogar recht haben. Amerikaner lieben es nämlich unter dem Deckmantel guter Vorsätze wie Freiheit, Demokratie und Schutz der Bevölkerung voller Tatendrang zu verbieten und zu unterdrücken was das Zeug hält. Siehe Irak-Krieg und Patriot-Act. Aber amerikanische Weltpolitik ist auf meinem eventuell-existenten Publishing-Plan bereits für einen anderen Tag vergeben und so kehren wir zu diesem speziellen Verbot zurück.

Ideen und insbesondere Verbote stossen ja bekanntlich sehr oft auf regen Widerstand. Und wen stört dieses Verbot am meisten?

Die Getränkehersteller

Natürlich haben diese nur bedingt Freude an diesem Verbot, wird es doch ihren Umsatz stark nach unten korrigieren. Und da die auch Kohle haben die grossen Konzerne, kommt jetzt die grosse Werbe- und Lobby-Keule.

“The New York City health department’s unhealthy obsession with attacking soft drinks is again pushing them over the top,” the industry spokesman, Stefan Friedman, said. “It’s time for serious health professionals to move on and seek solutions that are going to actually curb obesity. These zealous proposals just distract from the hard work that needs to be done on this front.”

Frei übersetzt: Das Gesundheitsministerum von NYC übertreibts mal wieder. Es wird Zeit, dass professionelle Gesundheitswissenschaftler wirklich Lösungen für die voranschreitende Fettleibigkeit finden. solche Vorstösse lenken nur von der schweren Arbeit ab, die man eigentlich angehen sollte. Gesagt von Stefan Friedman, Sprecher der Industrie.

Richtig lustig wird’s, wenn man nun deren Seite besucht. Es steht so zwar nicht Schwarz auf Weiss da, aber aus dem Kontext lässt sich ja bekanntlich am meisten Saft pressen. Gut dass sich die mit Flüssigkeiten auskennen… Das Prinzip nämlich, welches die Getränkehersteller gegen den Vorstoss ins Feld führen ist simpel und einfach die Freiheit, Fett zu sein. Natürlich drücken sie’s nie so aus. Wär ja wohl auch ein ganz klein wenig kontraproduktiv.

Gib dir das mal, lieber Leser. Die Freiheit, fett zu sein. Also ich musste stark schmunzeln.

Aber trotzdem…

Nun… Klingt sehr lustig. Ich könnte jetzt noch einige Sprüche reissen über die Dicken, sie subtil beleidigen und schlanke Leser und mich selber damit unterhalten. Nur, der Punkt ist, eigentlich haben sie Recht. Was soll das? Wer ist denn bitte ihr Bürgermeister, so ein Verbot einzuführen? Ziemlich anmassender absoluter Schwachsinn. Es darf doch jeder so viel trinken wie er will, genauso wie der Körper Eigentum eines jeden selbst ist.

Das Problem, lieber Leser, ist dass die liebe Politik mal wieder Symptome bekämpft statt Ursachen. Das Problem Fettleibigkeit kommt nämlich nur teilweise von den grossen Unternehmen die gezielt ihre Kunden manipulieren mehr zu trinken. Nein, das grosse, richtige Problem ist, dass die Leute das mit sich machen lassen. Dass sie sich die Gedanken um ihren Körper gar nicht machen. DA, lieber Leser, liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer. Die Leute wissens nicht besser oder scheissen einfach drauf. Und wenn man so viel isst wie die, dann kommt da ne ordentliche Menge Exkremente zusammen.

Ich unterstütze jederzeit Kampagnen von Politikern, die Ausbildung im Bereich Ernährungswesen für amerikanische Bürger anbieten oder vorantreiben wollen. Kampagnen gegen Fettleibigkeit, Kampagnen gegen das Rauchen, Kampagnen gegen Alkohol, Spielsucht, ungeschützten Sex, illegale Drogen und und und. Ich glaube da hat auch niemand so wirklich etwas dagegen.

Nur, das ist teuer. Ein Verbot kostet vergleichsweise goa nüx. Manchmal habe ich das Gefühl, alle Politiker sind Schwaben.

In diesem Sinne machs wie die Amis: Don’t think – drink! Und wenn du das wirklich willst, dann geniess deine Cola und lass sie dir nich verbieten.

Edith: Formatierung…

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